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Die Diagnose MS – nicht selten auch eine Belastung für die Psyche

MS-Patienten erkranken in aller Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und werden dann erstmalig mit der Diagnose Multiple Sklerose konfrontiert. Zu diesem Zeitpunkt sind sie gerade „mitten im Leben“, mit ihrer beruflichen Entwicklung beschäftigt, möchten eine Familie gründen, haben bereits Kinder oder bauen ein Haus.

Erschrecken, Ratlosigkeit oder Verzweiflung sind häufige Reaktionen auf eine solche Nachricht: Warum bin gerade ich betroffen? Wie wird sich die Erkrankung entwickeln? Kann ich meinen Beruf weiter ausüben, kann ich Kinder bekommen? Wie werden meine Angehörigen reagieren? Wie gehe ich jetzt mit Belastungen um?

Die Ursachen der MS sind bis heute nicht vollständig geklärt, eine exakte Prognose ist nicht möglich – das belastet viele unserer Patienten sehr.

In der Marianne-Strauß-Klinik können wir Ihnen effektive Diagnose- und Therapiestrategien anbieten, die neben der selbstverständlich vollumfänglichen neurologischen Diagnostik und Therapie Ihrer MS-Erkrankung auch Ihre Psyche berücksichtigen.

Die psychiatrische Relevanz der Multiplen Sklerose

Die MS ist eine chronisch verlaufende neurologische Erkrankung. Pro 100.000 Einwohnern erkranken im Schnitt 200–250 an MS – damit zählt die MS zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen in Deutschland.

Verlauf und Symptomatik dieser Erkrankung sind außerordentlich vielgestaltig und schwer vorhersehbar und umfassen neben klassischen neurologischen Symptomen wie Sensibilitätsstörungen, Lähmungen und Gleichgewichtsstörungen  auch andere medizinische Disziplinen mit einschließenden Symptomen wie z.B. Sehnerventzündungen, Schmerzsyndrome und neuro-urologische Störungen.

Psychische Erkrankungen und MS – wie hängt das zusammen?

Psychiatrische Symptome sind bei Multipler Sklerose häufig im Rahmen der vieljährigen Krankengeschichte anzutreffen. Zu nennen sind hier praktisch alle in der ICD 10 enthaltenen Diagnosen.

Es hat sich im Kontext der Behandlung der MS bewährt, zu unterscheiden zwischen psychiatrischen Störungen, die

  • unmittelbare Folge der MS als organischer Erkrankung oder der Behandlung sind (kognitive Defizite, Wesensveränderungen, Depression, Psychosen, ...)
  • psychoreaktiv als Folge der Erkrankung auftreten (Probleme mit der Krankheitsverarbeitung, Depression, Angststörungen, Belastungsreaktionen, ...)
  • ohne direkten ursächlichen Zusammenhang mit der MS bereits bestanden oder sich im Krankheitsverlauf entwickeln (Komorbidität)

Dr. Martin Meier
Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

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„Körper und Psyche sind gerade bei einer so besonderen Erkrankung wie der MS eine untrennbare Einheit – das ist unsere Grundhaltung für die Behandlung Ihrer Symptome."

Dr. Martin Meier, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Psychiatrische Diagnostik – unter Umständen schon der erste Schritt der Therapie

Wir versuchen gemeinsam mit Ihnen die Hintergründe Ihrer psychischen Beschwerden zu klären. Liegen die Ursachen im neurologischen, psychischen oder sozialen Bereich? 

In bestimmten Fällen stellt sich z. B. die Frage, warum die Behandlung eines (vermeintlich) neurologischen Symptoms nicht so wirkt, wie erwartet.

Darüber hinaus hilft es den Patienten oft schon, dass schwer zu erfassende, aber doch belastende psychische Symptome als solche erkannt und benannt werden. Hier ist die Diagnostik dann bereits der erste therapeutische Schritt.

Das erfordert Zeit und ein genaues Hinschauen. Im Diagnostikprozess arbeiten wir mit erprobten Instrumenten der psychiatrischen Diagnostik, aus der klinischen Psychologie und Neuropsychologie (z. B. Fragebögen).

Mögliche Inhalte und Ziele Ihrer Behandlung

Die Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen spielt eine große Rolle: In regelmäßigen Teamgesprächen versuchen Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten Ihre Beschwerden aus verschiedenen Perspektiven zu erfassen und ganzheitlich zu beleuchten. Konkrete Diagnosen werden schließlich anhand validierter Kriterien der ICD-10 formuliert.

Für die anschließende Therapie zählen jedoch nicht (nur) die Diagnose, sondern vor allem der Fokus auf Ihrer persönlichen Situation: Was ist Ihnen wichtig? Worunter leiden Sie? Was möchten Sie verändern?
Im Rahmen Ihres Aufenthaltes in der Marianne-Strauß-Klinik gibt es die Möglichkeit einer zielorientierten psychotherapeutischen Kurzintervention durch eine/n Arzt/Ärztin oder klinische Neuro-/Psychologen. Die inhaltlichen Schwerpunkte setzen wir in Absprache mit Ihnen, so z. B.:

  • Differenzierung zwischen psychischer Symptomatik und somatischer Erkrankung
  • Krankheitsbewältigung
  • Umgang mit Emotionen
  • Bewältigung familiärer Konflikte

Wir wenden sowohl tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Verfahren als auch unterschiedliche Entspannungsmethoden an. 
Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung. Uns steht dabei das gesamte Spektrum der modernen Psychopharmakotherapie zur Verfügung, allerdings immer unter Berücksichtigung Ihrer immunologischen oder symptomatischen Medikation.

Vernetzung und Zusammenarbeit: So kann ein nachhaltiger Therapieerfolg gelingen

Wir legen großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem niedergelassenen Neurologen, Hausarzt, Psychiater oder Therapeuten: bei Bedarf und nach Absprache mit Ihnen nehmen wir Kontakt mit Ihrem Behandler auf, um die Dinge zu besprechen, die i.R. der stationären Behandlung erarbeitet wurden. 

Gemeinsam planen wir das therapeutische Vorgehen für Ihren Aufenthalt in der Marianne-Strauß-Klinik, aber auch für die Zeit nach Ihrer Entlassung.

Für viele Patienten hat es sich außerdem bewährt, ihr soziales Umfeld in die Behandlung miteinzubeziehen: Paar-, Familien- und Angehörigengespräche sind daher im Bedarfsfall ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

Können wir Ihnen weiterhelfen? So erreichen Sie uns

Wenn Sie sich fragen, ob eine stationäre Behandlung für Sie oder Ihren Angehörigen geeignet ist, kontaktieren Sie gerne die Patientenaufnahme: 

Telefon 08151 261-912 oder E-Mail aufnahme.patienten@ms-klinik.de.

Wir beraten Sie vertraulich zu Ihren Behandlungsmöglichkeiten in der Marianne-Strauß-Klinik.