Behandlungszentrum Kempfenhausen für Multiple Sklerose Kranke gemeinnützige GmbH
Untersuchungsmethoden – Okuläre Kohärenztomographie

In der Marianne Strauß Klinik haben wir durch die freundliche Unterstützung des Freundeskreises seit 2011 eine okuläre Kohärenztomgraphie zur Untersuchung der Nervenfaserbündel im Augenhintergrund zur Verfügung.

Die Multiple Sklerose (MS) ist charakterisiert durch axonale und neuronale Degeneration in der weißen und grauen Substanz im ZNS. Die Retina ist myelinfrei enthält aber Ganglionzellneurone und deren Axone, deren Veränderungen axonale und neuronale Degeneration bei MS widerspiegeln können. Die optische Kohärenz Tomographie (OCT) ist eine nichtinvasive retinale Bildgebungstechnologie, die sensitiv und schnell strukturelle Veränderungen der retinalen Architektur aufgrund einer MS messen kann.

Die OCT Parameter (retinale Nervenfaserschichtdicke (RNFL) und Maculavolumen) korrelieren dabei mit klinischen Visusverlust (z.B. Kontrastsehen, Gesichtsfeldanalyse). Das OCT unterstützt die Darstellung des Krankheitsprozesses bei MS und könnte hilfreich im Erkennen und in der Verlaufskontrolle von neuroprotectiven Therapien sein. Es ermöglicht somit einen tieferen Einblick in Nervengewebeveränderungen im ZNS bei MS.

Desweiteren können auch Veränderungen der Netzhaut, z.B. ein Makulaödem schnell und nebenwirkungsfrei diagnostiziert werden und so eine regelmäßige Kontrolle möglicher Nebenwirkungen unter der Gabe von Gilenya durchgeführt werden. Die Testdurchführung ist schnell und einfach möglich, eine Pupillenerweiterung üblicherweise nicht notwendig, sodass eine Beeinträchtigung des Sehens im Rahmen der Untersuchung nicht besteht. Geringe Abweichungen bei wiederholten Messungen garantieren eine hohe Reliabilität der Befunde. Niedrige inter- und intra-individuelle  Abweichungen/Schwankungen belegen dies. Die Scan-Qualität kann zudem durch Disczentrierung und adäquater Signalstärke gesichert werden.